Wissenswertes

Wenn Patienten und Ärzte miteinander sprechen, kann es manchmal zu Missverständnissen kommen. Hier finden Sie Erklärungen zu relevanten Begriffen.

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Blutdruck- & Pulsmessung

grafikneuWenn Sie ihren Blutdruck messen, messen Sie auch die Pulsfrequenz, die in der Regel dem Herzrhythmus entspricht. Gelegentliche Pausen (Aussetzer) deuten auf Extraschläge des Herzens hin. Bedrohlich ist ein konstant unregelmäßiger Puls, d.h. das Blutdruckmessgerät zeigt wiederholten Error auf, da das Schlagvolumen (Füllung des Herzmuskels) ungleich ist. Das ist ein alarmierendes Symptom, vor allem wenn ein Pulsdefizit besteht.

Pulsdefizit: Das Herz schlägt schneller und der Puls wird zu gering gemessen. In diesem Fall kontaktieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt. Diese Arrhythmie kann sowohl medikamentös als auch durch Elektroschocks behandelt werden. Diese Arrhythmie bedeutet Vorhofflimmern. Vor allem in der Anfangsphase dieser Rhythmusstörungen besteht ein erhöhtes Thromboembolie-Risiko (Schlaganfall, TIA).

Die Dunkelziffer dieser sehr häufigen Arrhythmien ist groß, da diese anfallsartig auftreten können.

Sonderfall Brustschmerz

Brustschmerzen gehören zu den häufigsten Ursachen, warum Patienten Arztpraxen oder Spitalsambulanzen aufsuchen, da sie mit Angstgefühlen verbunden sind und Ausdruck einer lebensbedrohenden Situation sein können.
Brustschmerzen können als akute Symptome auftreten, zum Beispiel bei Angina pectoris, bei einer Aortendissektion (Aneurysma) und bei der Pulmonalembolie.
Ähnliche Schmerzen können aber auch Ausdruck einer chronischen Erkrankung sein die zum Beispiel die Speiseröhre, die Wirbelsäule aber auch die Interkostalnerven betreffen.
Akute Symptome sind alarmierend, aber auch chronische Symptome sollten abgeklärt werden.

Angina pectoris

Anhand folgender Faktoren kann die Diagnose einer Angina pectoris (AP) erhärtet werden:
Durch das Alter. Bei Frauen ab 65, Männer ab 50, vor allem wenn zusätzliche Risikofaktoren bestehen.
Wenn die Beschwerden in Belastungssituationen (psychisch und physisch) zunehmen.
Die Beschwerden treten unabhängig von der Körperhaltung auf.
Unterschieden werden kann zwischen einer stabilen und der instabilen AP. Bei einer stabilen Angina pectoris treten die Beschwerden ab einem gewissen Belastungsniveau auf. Bei der instabilen Form ist der Schmerzcharakter zunehmend und die beschwerdefreien Intervalle nehmen ab. Die instabile AP kann auch ein Vorbote eines akuten Koronarsyndroms (Herzinfarkt) sein.
Das typische Schmerzempfinden bei Männern ist in der Brust, nahe dem Brustbein, mit Ausstrahlung in beide Arme und Schulterblätter zu lokalisieren. Frauen beschreiben Symptome oft als Enge und Druck im Brustbereich oder nur als Übelkeit.
Atypische Schmerzformen können auch als Atemnot, Schmerzen im Magenbereich sowie als Kiefer- und Zahnschmerzen empfunden werden.

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Diabetes mellitus – eine globale Bedrohung

Ist weltweit im Vormarsch und deshalb eine besondere medizinische Herausforderung da er letzten Endes zu Gefäßkomplikationen führt. Insbesondere wenn er mit Nikotinabusus verbunden ist. Laut WHO-Bericht (2016) sind 422 Millionen Menschen davon betroffen. Sie würden in ihrer Gesamtheit den drittgrößten Staat der Erde bilden. 77% der Menschen mit Diabetes mellitus haben ein niedriges bzw. mittleres Einkommen und neigen zu Fehlernährung.

Herzfrequenz

Die Herzfrequenz oder Herzschlagfrequenz ist die Anzahl der Herzschläge pro Zeit. Die übliche Einheit ist min−1. Die Herzfrequenz beschreibt das Verhältnis von Herzzeit- und Schlag-Volumen und das von Herzleistung und mittlerer Arbeit eines Herzschlags. Die Herzschlagfrequenz eines Menschen hängt von der Belastung, vom Alter und von der körperlichen Fitness der Person ab. So hat ein neugeborenes Baby in Ruhe eine durchschnittliche Herzschlagfrequenz von ca. 120 Schlägen pro Minute, während ein 70-Jähriger Mann eine Frequenz um die 70 Schläge pro Minute aufweisen sollte. Als Normalwert kann bei einem gesunden Menschen in Ruhe eine Herzschlagfrequenz von 50 bis 100 Schläge pro Minute angesehen werden.

BMI – Body-Mass-Index

Der Body-Mass-Index (BMI) ist eine von mehreren Methoden zur Beurteilung des Körpergewichts. Allerdings ist der Wert nur bedingt aussagekräftig, da er nichts über die Körperzusammensetzung der Person aussagt. Berechnet wird er aus Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Quadratmeter. Der altersstandardisierte mittlere BMI stieg zwischen 1975 und 2014 von 22 auf 24 kg/qm

TIA – transitorische ischämische Attacke

Die transitorische ischämische Attacke (TIA) wird auch als kleiner oder Mini-Schlaganfall bezeichnet. Hierbei kommt es – ähnlich einem Schlaganfall – zu einer Durchblutungsstörung im Gehirn und zu neurologischen Ausfällen. Die Auswirkungen und Beschwerden (Sehstörungen, Schwindel, Lähmungen etc.) können aber im Gegensatz derer eines großen Schlaganfalles meistens vom Körper selber behoben werden. Die TIA sollte aber immer als deutlicher Warnhinweis verstanden werden.